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Fähigkeiten, Fertigkeiten, die das Miteinander von Menschen erleichtern. Auf dieser Seite möchte ich für mich dokumentieren, worum es dabei geht und Methoden vorstellen.

Softskills (meine Todo-Liste)

Inhalt

Warum meine Todo-Liste?
Begriffsdefinition
Kommunikationsquadrat
Entschuldigen
Empathie

Warum meine todo Liste?

Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich nicht so verstanden werde, wie ich dies beabsichtige bzw. bin. Früher bezeichnete ich mich öfter als Fettnäpfchen-Suchgerät. Da stellt sich natürlich irgendwann die Frage: Woran liegt das? Je mehr ich mich mit diesem Thema befasse, desto öfter finde ich Anleitungen, von denen ich den Eindruck habe, sie könnten helfen. Hier möchte ich diese Anleitungen dokumentieren. Einerseits für mich selbst, als Nachschlagewerk. Andererseits für alle, denen es ebenso geht, oder die aus einem anderen Grund Interesse haben.

Begriffsdefinition

Der Begriff Softskills kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern 'soft' (weich, sanft) und 'skill' (Fähigkeit, Fertigkeit, Geschick, Können) zusammen. Es sind also weiche oder sanfte Fähigkeiten gemeint. Der deutsche Fachbegriff 'soziale Kompetenzen'. Im Gegensatz steht der Begriff 'hardskills', der die harten Fähigkeiten, das Wissen, beschreibt.

Ich möchte Hardskills (im Englischen know-how) definieren als Fachwissen, Wissen, Kenntnisse im technischen, fachlichen Umfeld.

Anders ausgedrückt, Hard Skills beschreiben die Kenntnisse, die man sich in allen möglichen Bereichen aneignen kann. Die Soft Skills hingegen beschreiben die Fähigkeiten, die es einem ermöglichen, gut mit anderen Menschen zurecht zu kommen, bzw. mit den erworbenen Kenntnissen erfolgreich zu sein.

Sowohl der deutsche Begriff soziale Kompetenzen als auch die englischen Soft Skills stehen im Plural. Es gibt demnach mehrere davon. Im Folgenden sollen einige erklärt werden. Diese Liste ist nicht vollständig und soll im Laufe der Zeit wachsen.

Es gibt noch den Begriff der Schlüsselkompetenzen. Dieser Begriff ist etwas weiter gefasst. Er umfasst nicht nur die sozialen, sondern auch die persönlichen Fähigkeiten. Geduld und Ausdauer würde ich weder den sozialen-, noch den fachlichen Kompetenzen zuordnen. Geduld und Ausdauer sind persönliche Fähigkeiten! Es gibt noch viele weitere persönliche Kompetenzen..

Kommunikationsquadrat

Das Kommunikationsquadrat beschreibt die vier Ebenen auf denen Kommunikation stattfindet.

Es geht darum, dass bei jeder gesprochenem Aussage, eine Kommunikation zwischen dem Sprecher und dem Zuhörer stattfindet. Um genau zu sein, findet nicht nur eine Kommunikation, sondern es finden gleichzeitig 4 Kommunikationen auf unterschiedlichen Ebenen statt. Der Sprecher verrät dem Zuhörer gleichzeitig vier verschiedene Dinge über sich.

Äußerungen enthalten vier Botschaften

  1. Sachinformation
  2. Selbstkundgabe
  3. Beziehungshinweis
  4. Appell

Das Interessante: Unterschiedliche Mitmenschen hören, interpretieren und gewichten diese vier Botschaften, auf ganz unterschiedliche Art. Der Autor spricht hier von vier Ohren, mit denen der Zuhörer die vier Botschaften empfängt. Aber nicht nur der Zuhörer, auch der Sprecher sagt Dinge häufig ganz anders, als er sie meint.

Sachinformation

Die Sachinformation enthält die eigentliche Aussage. Diese kann bewertet werden:

  • Ist die Information richtig oder falsch? Ist sie wahr oder unwahr?
  • Ist die Information wichtig oder unwichtig? Ist sie belanglos oder wesentlcih?
  • Ist die Information ausreichend oder unzureichend?

Selbstkundgabe

Der Sprecher teilt absichtlich oder unabsichtlich, implizit oder explizit Informationen über sich mit. Der Zuhörer nimmt diese Informationen auf und stellt sich die Fragen: Was ist das für einer, wie ist er drauf, was denkt und fühlt er?

Beziehungshinweis

Die Beziehungshinweise werden durch Formulierung, Tonfall, Mimik und Gestik vermittelt. Sie teilen dem Gegenüber mit, wie sich der Sprecher dem Zuhörer gegenüber versteht. Der Zuhörer fühlt sich wertgeschätzt oder abgelehnt, missachtet oder geachtet, respektiert oder gedemütigt.

Appell

Beim Appell geht es um die Einflussnahme. Häufig sind Gespräche nicht nur zum reinen Informationsaustausch. Vielmehr möchte der Sprecher beim Zuhörer etwas erreichen. Er äußert implizit Wünsche, Ratschläge oder möchte etwas erreichen.

Sowohl in bestehenden Beziehungen als auch bei der Anbahnung neuer Beziehungen ist das Kommunikationsquadrat ein sehr gutes Werkzeug für die Reflektion. Wenn ich die Gespräche, die ich führe, im Nachhinein überdenke, dann kann ich mir überlegen, welchen Eindruck ich auf mein Gegenüber mache. Abgesehen davon, was ich über mich erzählt habe, kann ich mir überlegen, wie ich auf meinen Gesprächspartner wirke. War ich selbstbewusst, stark, zuversichtlich? War mir mein Gegenüber sympatisch oder unsympatisch, habe ich das zu verstehen gegeben? Fühlte ich mich überlegen oder war ich ängstlich?

Weitere Informationen

Das Kommunikationsquadrat ist das bekannteste Modell von Friedemann Schulz von Thun und inzwischen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreitet. Bekannt geworden ist dieses Modell auch als „Vier-Ohren-Modell” oder „Nachrichtenquadrat” https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-kommunikationsquadrat

Entschuldigung

Sich richtig bei einem Mitmenschen zu entschuldigen ist nicht einfach! Glücklicherweise kann man es recht einfach lernen.

Häufig werden Formulierungen wie: "Entschuldige, aber wenn Du ... dann ...", verwendet. Dies ist überhaupt keine Entschuldigung. Hier wird die Einleitung 'Entschuldige' nicht verwendet um sich zu entschuldigen, sondern als rhetorische Hilfe um einen Vorwurf zu formulieren. Also genau das Gegenteil zu einer Entschuldigung.

Ebenfalls weit verbreitet sind Formulierungen wie: "Entschuldige, ich habe es getan weil ..." Hier wird zwar versucht eine Entschuldigung auszusprechen, im Anschluss daran kommt aber sofort eine Rechtfertigung, warum es getan wurde. Man versucht sich also gar nicht wirklich zu entschuldigen, weil man sofort erklärt, dass man es tun musste. Auch diese Form der Formulierung kommt nicht an!

Wofür kann man sich entschuldigen?

Man kann sich z. B. für eine Störung entschuldigen: "Entschuldigen Sie bitte, darf ich Sie kurz stören? Können Sie mir helfen?" Diese Formulierung ist weit verbreitet und anerkannt, man bittet im Voraus um Entschuldigung. Es ist einfach eine höfliche Art eine Frage zu stellen oder eine Bitte zu äußern.

Weit verbreitet sind Entschuldigungsschreiben in der Form: "Entschuldigen Sie bitte mein Fehlen, ich liege mit über 40 °C Fieber im Bett." Dies ist keine Entschuldigung sondern eine Rechtfertigung oder Erklärung dafür, nicht zur Arbeit zu kommen. In diesem Fall ist eine Entschuldigung gar nicht nötig. Erstens kann der Erkrankte nichts dafür, zweitens ist es besser für alle, wenn er nicht kommt und die Kollegen ansteckt.

Viel schwieriger ist es, sich für einen wirklichen Fehler zu entschuldigen. Insbesondere in zwischenmenschlichen Beziehungen. Sich zu entschuldigen dafür, dass man einen anderen Menschen verletzt hat.

Kann man sich überhaupt entschuldigen?

Es wird ein besonderer Aspekt sichtbar: Der Täter kann sich gar nicht entschuldigen! Der Täter kann lediglich um Entschuldigung bitten. Entschuldigen kann nur das Opfer!

Wie also kann der Täter richtig um Entschuldigung bitten?

Die beste Art um Entschuldigung zu bitten, bietet sich in einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Ist dies nicht möglich, z. B. weil die Beteiligten räumlich weit entfernt voneinander sind. Oder auch, weil die Verletzung so groß ist, dass kein Treffen möglich ist. Dann bietet sich die schriftliche Form der Bitte um Entschuldigung an. Letztere ist für ungeübte auch dadurch einfacher, weil sie die Gelegenheit gibt die Bitte um Entschuldigung in Ruhe und ohne Störung oder Unterbrechung, zu formulieren.

Eine gute Bitte um Entschuldigung sollte aus bis zu sechs Teilen bestehen:

  1. Fehler eingestehen
  2. Beschreibung des Fehlers
  3. Konsequenzen des Fehlers
  4. Reue zeigen
  5. Besserung geloben
  6. Um Entschuldigung bitten

Fehler eingestehen

Liebe(r) ... ich habe etwas falsch gemacht.

Liebe(r) ... ich habe einen Fehler begangen.

... ich habe nicht nachgedacht.

... ich habe vergessen ...

... ich hatte es nicht so gemeint.

Beschreibung des Fehlers

Ich habe ... getan.

Ich habe ... nicht getan.

Konsequenzen des Fehlers

Ich weiß, ich habe Dich damit sehr verletzt.

Mir ist bewusst, ich habe Dich damit sehr endtäuscht.

Ich kann mir vorstellen, welche Kosten ich dadurch für Dich verursacht habe.

Reue zeigen

Ich hätte dies nicht tun sollen.

Ich bereue, dass ich das getan habe.

Ich fühle mich sehr schlecht, weil ich das vergessen habe.

Besserung geloben

Ich möchte es in Zukunft besser machen.

Ich werde in Zukunft aufmerksamer sein.

Um Entschuldigung bitten

Ich bitte Dich aufrichtig um Entschuldigung!

Ich möchte Dich von Herzen um Entschuldigung bitten!

Natürlich wäre es am einfachsten, überhaupt keine Fehler zu machen. Keine Fehler macht nur derjenige, der überhaupt nichts macht. Wer viel macht, macht auch Fehler. Fehler, die nicht absichtlich und nicht wider besseres Wissen begangen werden, sind von Grund auf nicht schlecht. Fehler gründen sich häufig in Missverständnissen, auf unterschiedlichen Ansichten oder Bewertungen. Aus Fehlern kann man lernen. Durch ehrlich gemeintes und aufrichtiges Bitten um Entschuldigung, kann eine Beziehung gefestigt werden.

Weitere Informationen

Viele Beispiele für Entschuldigungsschreiben findet man durch Eingabe von 'um Entschuldigung bitten' in eine Suchmaschine.

Besonders ausführlich und tief wird das Thema im Wiki Yoga-Vidya unter: https://wiki.yoga-vidya.de/Entschuldigung behandelt

Empathie

Empathie bezeichnet die Fähigkeit Gefühle, Gedanken, Motive und Persönlichkeit bei anderen zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. Um Empathie zu entwickeln, ist es nötig, dem anderen aufmerksam zuzuhören. Auch hier hilft das oben besprochene Kommunikationsquadrat. Es gab Zeiten, da habe ich lediglich auf der Ebene der Sachinformation zugehört, konnte sehr schnell einteilen in 'ist bereits bekannt', 'ist falsch', 'weiß ich besser', ... Sehr oft habe ich dann nicht meine Zeit mit weiterem Zuhören verschwendet.

Durch das Kommunikationsquadrat, weiß ich, dass die Sachinformation häufig überhaupt nicht im Vordergrund steht. Ich kann versuchen auf den anderen Ebenen zuzuhören. Was gibt der Sprecher über sich kund, wie geht es ihm? Welche Beziehung möchte er? Welche Ratschläge bzw. Wünsche äußert er? Auf diesen Ebenen zuhören, bedeutet Empathie entwickeln!

Verweise

Im Internet findet man sehr viele Informationen zum Thema Bewerbung schreiben. In einer geschickt formulierten Bewerbung lässt sich leicht der Eindruck von sozialen Fähigkeiten vermitteln. Ich möchte hier stattdessen Links anfügen, mit Informationen für den, der seine sozialen Kompetenzen wirklich verbessern möchte.

André Moritz beschreibt 26 Fähigkeiten, teilt sie in sechs 'Kompetenzfelder' ein und hat eine Menge Lesestoff zusammengetragen.